Kongresse, Konferenzen und Veranstaltungen
05.07.12
Gemeinsam gegen Depression – erfolgreiche Auftaktveranstaltung in der Berolina Klinik
Die Begründung liegt zum einen in der mittlerweile zum Glück ein Stück weiten Enttabuisierung der Krankheit Depression. Andererseits führt das gerade hier in der Region zu einem sehr weit verbreiteten Problem, da jetzt viele bereit sind, professionelle Hilfe zu suchen.. Laut Frau Karin Marciniak, Fachkraft der Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Lippe, sind in der Statistik der Selbsthilfe-Kontaktstellen die Anfragen zu den Themen "Angststörungen“ und „Depressionen“ in den letzten zehn Jahren von den Top 10 zu den Top 5 aufgestiegen. Zurzeit belegen sie in den drei Landkreisen Lippe, Herford und Minden-Lübbecke sogar die ersten beiden Plätze. Ein großes Problem für Menschen mit psychischen Störungen ist die immer wieder inadäquate medizinische Versorgung bei Krisen. Krisen passieren selten in der Zeit von montags bis freitags von 9:00 -17:00 Uhr, zu den Öffnungszeiten der psychiatrischen Dienste, sondern eher gleich vor dem Wochenende, am Wochenende oder nachts. Zu diesen Zeiten fühlen sich die Betroffenen häufig allein gelassen. In diesem Zusammenhang wurde die besondere Bedeutung der Selbsthilfegruppen dargestellt. Mitglieder der Selbsthilfegruppe Sonnenblume aus Detmold stellten die wichtige Rolle für Betroffene und Angehörige für die Adhärenz, die Prävention und für die Vorbeugung von Rückfällen bei Depressiven Erkrankungen dar. Das Interesse am Aufbau weiterer Depressions-Selbsthilfegruppen steigt laut Aussage der Selbsthilfe-Kontaktstellen besonders hier in den drei Landkreisen stetig an. Genau hier muss weitere Unterstützung ansetzen, denn gerade die Krankheit Depression raubt den Betroffenen oft die Energie zum Aufbau einer neuen Gruppe. Die stationäre Behandlung und Therapie stellten Dr. med. Ina Härdrich Oberärztin der Berolina Klinik, Melanie Sendfeld, Dipl.-Psychologin der Berolina Klinik, und Rolf Süllwold, Chefarzt der Abteilung Psychosomatik der Berolina Klinik in ihrem Vortrag „Depression – Diagnostik und innovative Behandlungsansätze“, vor. In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde auch das schwierige Verhältnis zwischen Betroffenen und deren Familienangehörigen rege diskutiert. Die Praxis zeigt, dass diese Beziehungen oft mit vielen Schmerzen, Frust und Missverständnissen beladen sind. Eine besonders problematische Seite der Depression: sie untergräbt häufig die Ressourcen der Familienunterstützung, die für die Bewältigung einer Krankheit von zentraler Bedeutung sind. Einheitliches Fazit der Auftaktveranstaltung war: es soll weiter gehen. Der zweite Termin ist am 12.11.2012, wieder ab 18:00 Uhr in der Berolina Klinik. Der amerikanische Politologe und Gesundheitswissenschaftler Prof. Scott Stock Gissendanner hält einen Vortrag zum Thema „Gesundheitspolitik - ohne Selbsthilfeorganisationen nicht mehr denkbar!“ In der gleichen Veranstaltung werden die Teilnehmer weiter diskutieren, welche Aufgaben ein regionaler „Arbeitskreis gegen Depression“ haben sollte. Hierzu sind wieder alle Interessierte herzlich eingeladen. In einer dritten Veranstaltung am 29.11.2012, ab 18:00 Uhr in der Berolina Klinik sollen die Ideen weiter konkretisiert werden, ein Fachvortrag wird erfolgen und weitere Projekte für 2013 diskutiert und festgelegt werden. Anmeldungen sind ab sofort im Sekretariat des Ärztlichen Direktors der Berolina Klinik möglich. Programmflyer "Gemeinsam gegen Depression" (799,24 Kb) Quelle: NW v. 09.07.2012 (406,35 Kb) Quelle: WB v. 31.07.2012 (335,53 Kb) |
|||
| zurück |





